Bis 30.10.2022

Ausstellung / Der Verrat von Deventer. Katastrophenjahr 1672

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Der Verrat von Deventer. Katastrophenjahr 1672

Vor genau 350 Jahren kam es in den Niederlanden zum sogenannten Katastrophenjahr. Ab dem 22. Mai zeigt das Museum De Waag die Ausstellung „Der Verrat von Deventer. Katastrophenjahr 1672“, in dem es um die Belagerung und Kapitulation der Stadt geht.

Krieg in Deventer

Hilfe! Der Feind hat Deventer eingekesselt, schrieb der Stadtrat am 16. Juni 1672 an den Heerführer Wilhelm III. Im Frühjahr des Jahres 1672 befand sich die niederländische Republik mit gleich vier Feinden gleichzeitig im Krieg: England, Frankreich sowie den deutschen Bistümern Köln und Münster. Da die Befestigungsanlagen in Deventer vernachlässigt worden waren, war es für den Feind relativ einfach, die Stadt zur Kapitulation zu zwingen. In diesem Jahr wird landesweit der 350. Jahrestag des unabhängigen Bestehens der Republik begangen.

Verrat oder weise Kapitulation

Die Ausstellung zeigt die Belagerung von Deventer durch die deutsch-französische Armee. Der Fürstbischof von Münster, Bernhard von Galen alias „Bomben Berend“, drohte, die Stadt mit seinen gefürchteten Kanonen, Mörsern und Brandbomben in Schutt und Asche zu legen. Als Deventer nicht kapitulierte, ließ er die Stadt von drei Seiten beschießen. Bürgermeister Hendrick Nilant sah daher keine andere Lösung, als dass die Stadt sich nur einen Tag nach der Belagerung ergab.

Jahrhundertelang wurde den Bürgern von Deventer die schnelle Kapitulation von 1672 als Verrat an der Republik angelastet. Aber Deventer war auch die einzige Stadt in Overijssel, die während der Invasion überhaupt Widerstand leistete. Die Besucher von De Waag können sich bald selbst ein interaktives Bild machen: Hätte sich Deventer bis zum Äußersten verteidigen sollen oder war es besser, sich zu ergeben?